Bewegungsentwicklung…

…ist Körperentwicklung

Pferde wollen ihre Bewegungen langsam entwickeln.

Nur wenn Pferde ihre Bewegungen in dem Rhythmus entwickeln können, kann der ganze Körper „mitwachsen“. Vor allem die oft „vergessenen“ Organbewegungen und die Betriebssysteme müssen mitgehen, die das ganze ja unterhalten sollen. Das können sie nur, wenn sie nicht „unter Druck“ gesetzt werden, und – wenn der Körper keine Spannungen hat. Spannungen verhindern das Bewegungswachstum des Pferdes. Fastfood-Bewegungen mit ihren künstlichen Bewegungen lassen die Muskeln des Pferdes zu schnell wachsen, ohne dass der Organismus mitkommt.

Bei  antrainierten, künstlichen Bewegungen könnte man schnell denken, „hurra“ wie toll bewegt sich mein Pferd mit. Aber bei dieser künstlichen Turbo-Entwicklung kommen die Betriebssystem und vor allem die Bewegungserfahrungen – sprich das Erleben einer Bewegung zu kurz. Diese Bewegungen haben damit keinerlei „Nährwert“ für den Körper.

Spannung entsteht im Kopf

Vor allem ist die Pump-Bewegung für die Gelenke dringend wichtig für den Organismus des Pferdes, die aus dem rhythmischen „beugen und strecken“ der Gliedmaßen entsteht. Das können die Gliedmaßen aber nicht, wenn der Pferdekörper unter Stress und Spannung steht und sich stabilisieren muss. Und wenn der Mensch etwas fordert und Druck aufbaut. Wie viel Forderung und Druck das Pferd allerdings als Stress empfindet, ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich. Aber am besten ist es ihn eben ganz zu vermeiden und den Körper in seinem natürlichen Entwicklungsrhythmus wachsen zu lassen.

Deshalb braucht das Pferd eben nicht nur Bewegungen, die mit Organen und Hormonen verbunden sind,  sondern Bewegungen die auch dazu führen dass die Bewegungsentwicklung stetig weiter geht. Das sollten die Anreize der Umwelt sein. Da unsere Umwelt aber so Anreiz-arm geworden ist – dafür aber extrem reizüberflutet, ziehen sich die Sinneswahrnehmungen gestört zurück.

Wir brauchen also dringend eine Reizüberflutungsärmere Umgebung und eine Sinnesanreiz-reichere Umgebung für das Pferd. Das genau müssen wir Menschen übernehmen. Der Mensch muss dem Pferd die fehlenden Sinneswahrnehmungen und natürlichen Anreize ersetzen damit die Bewegungsentwicklung des Pferdes weiter geht.

Bewegungen entstehen auch im Kopf

Da sehen sie auch wie variabel die Sinneswahrnehmungen sind. Der Offenstall und seine Belegschaft kann das Pferd stressen. Die Box kann das Pferd stressen. So wie uns, wenn uns das Büro genauso wie das Homeoffice stressen kann. Eine Stunde Wald am Morgen kann uns aber für beides widerstandsfähig genug machen. Oder die Placements von mir oder die Körperübungen von meinem Mann Roland Pausch. Was will heißen – der Körper muss sich einmal am Tag selber spüren können.

Der Pferdekörper auch – der will nicht nur immer unter Druck leisten müssen. Denn mit der Forderung des Menschen einmal am Tag beim Reiten wird das Konto des Körpers schnell überzogen. Die Biomotorischen Übungen bei denen das Pferd einmal am Tag in seine Biomotorik kommt – wo es Anreiz erfährt, die seinen Körper in seiner Bewegungsentwicklung weiter bringen, erfüllen alle diese Kriterien.

Der Grundsatz des Körpers: jeden Tag ein bisschen mehr Gutes wie schädliches – rutscht schnell ins Minus – und die Schädigung geht auf der Spirale abwärts.